Pilot: Ein Job mit Höhen und Tiefen

Christians Blog: Soll ich ehrlich sein? Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet! Die NATO Airbase in Geilenkirchen wird in diesem Sommer 35 Jahre alt und hat mich zu ihrem Ehrentag eingeladen, die Piloten bei einem Flugtraining in einer AWACS-Maschine zu begleiten.

Ich nahm die Einladung an, obwohl ich die Befürchtung hatte, während des gesamten Fluges nur kreidebleich, über meine Spucktüte gebeugt, schweigend, wie ein Häufchen Elend, in meinem Sitz zu hocken und darauf zu warten, dass ich schnell wieder festen Boden unter meinen Füßen habe.

Eine Aufgabe der Piloten war es, sogenannte "Touch & Go's" zu üben. Was nichts Anderes bedeutet, als die Maschine in die Luft zu bringen, einen Landeanflug einzuleiten, dann den Boden der Landebahn jedoch nur kurz zu steifen, um dann wieder mit vollem Schub und in einem Affenzahn erneut durchzustarten. 21 dieser "Touch & Go's" standen auf dem Programm.

Der zweite Teil des Trainings bestand darin, die AWACS-Maschine aufzutanken - natürlich nicht mädchenmäßig am Flugplatz, sondern in der Luft!!!  Ein spektakuläres Manöver!

Die Piloten steuern die Maschine direkt auf ein Tankflugzeug zu und verbinden sich während des Fluges mit einem "Tankschlauch". Während tonnenweise Treibstoff ausgetauscht wird, gibt es gerade mal drei bis vier Meter Luft zwischen den Flugzeugen; ich hätte nie gedacht, dass es wirklich so eng ist, aber die Piloten sind Profis und waren völlig entspannt - im Gegensatz zu mir. Während ich das Manöver mit großen Augen beobachtet habe, malte ich mir aus, was wohl bei einem Auffahrunfall bzw. Aufflugunfall alles passierten könnte...

Mein Fazit: über sechs Stunden Flug, über sechs Stunden interessante Eindrücke, viel Spaß, der ein oder andere Moment, in dem mir dann doch die Gesichtsfarbe verloren ging, aber keine einzige Sekunde über der Spucktüte!  Ich hatte mit viel gerechnet, damit aber nicht... Vielleicht sollte ich doch noch Pilot werden!