Meine „Torpedo“-Tour de France mit Kalle aus Broichweiden

Ninchens Blog: Also man muss schon sagen: Das Liegerad mit der geilen weißen Verkleidung ist ein absoluter Hingucker bei uns im 100'5 Revier. In Aachen gibt es insgesamt nur fünf von diesen futuristischen Gefährten und eins davon fährt Karl – auch liebevoll „Kalle“ genannt - Zimmermann aus Broichweiden. Er ist Designer – kein Wunder also, dass er sich in das Ding verliebt hat, als es ihn irgendwann mal in Holland überholte.

Einfach reinlegen und losradeln. Das Beste: Es ist auch noch etwas gechillter als die Fahrt mit einem normalen Rad, denn Kalle muss für die Fortbewegung gerade mal ein Drittel seiner Kraft aufwänden, um mit rasanten 55 km/h durch die Gegend zu düsen. Er ist zu Recht mächtig stolz auf sein Velobike.
Die Strecke von Titz bis Aldenhoven war wirklich unterhaltsam mit ihm – natürlich auch durch das ständige Gewinke und Gehupe aus den Fahrzeugen, die an uns vorbeifuhren. An der ein oder anderen Ecke wurden wir sogar auf Kalle's Torpedo angesprochen.

Mit gut 35 km/h war es vor allem für Murat schwer, uns noch hinterherzukommen. Kalle und ich lieferten uns kleine Rennen und überholten uns gegenseitig – es war ein Riesenspaß. Und jetzt kommt es: An einer Ecke konnte ich den stolzen Velobike-Fahrer kurz abhängen. Sein Gefährt ist zwar unfassbar windschnittig, aber auch unfassbar steif und kommt schlecht um Kurven herum.  Eine Spitzengelegenheit ihn in einer Kurve auf den nächsten Radweg abzuhängen. Kalle musste kurz stoppen, rückwärts fahren und wieder einpendeln. Danach sagte er: „Da hast du aber deinen Finger ganz tief in meine Wunde gelegt!“ Denn tatsächlich ist die mäßige Wendigkeit des Velobikes das wohl einzige Wehwehchen. Ein bisschen Necken muss halt auch mal sein, lieber Kalle. Aber trotzdem: Daumen hoch! Geiles Gerät hast du da!