Die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute

Saisonstart-Fazit: Spielen am Limit!

Lucien Favre kann zufrieden auf die Tabelle schauen. Seine Mannschaft rangiert auf Platz drei. (Foto:DFM)

Acht Spieltage ist die 49. Bundesliga-Saison nun alt und langsam aber sicher verstummen die Statistiker mit ihren Ansagen von besten und schlechtesten Saisonstarts seit Menschengedenken. Nach knapp einem Viertel der Saison haben sich die Teams der Liga weitestgehend gefunden und erste Duftmarken in der Tabelle gesetzt. Die Borussia gehört bis dato zur Spitzengruppe der Liga – ein so fremder wie angenehmer Zustand.

Nur zwei Bundesligisten – Augsburg und Lautern - haben weniger Tore als die Gladbacher erzielt, doch während diese beide Teams schon jetzt die Antenne auf Abstiegskampf ausgerichtet haben, grüßt die Favre-Elf mit 16 Punkten von Rang drei der Tabelle. Mit vier Gegentoren stellt die Borussia die zweitbeste Abwehr der Liga. Wer jetzt schlussfolgert, dass die Borussia zu jedem Spiel den Betonmischer mitbringt und den eigenen Fußball über das Verhindern des gegnerischen Fußballs definiert, der sieht sich getäuscht.

Alleine in den letzten 180 Minuten gegen Nürnberg und Freiburg hätte die Borussia ihr Torverhältnis an den Tabellenplatz anpassen können, gar müssen. Doch die besten Gelegenheiten blieben ungenutzt. Nach dem 1:0-Sieg gegen den 'Club' konnte die mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor noch im Nebensatz heruntergespielt werden, in Freiburg wurde aus dem Neben- ein Hauptsatz und die „mangelnde Kaltschnäuzigkeit“ wurde zur Verkrampfung. „Wir haben alle als Mannschaft nicht getroffen“, sagte Tony Jantschke hinterher und wollte nichts von einem Stürmer-Problem wissen.

Mit Blick auf die  Anzahl der herausgespielten Chancen stellte sich die Frage nach dem Personal in der Gladbacher Offensivabteilung überhaupt nicht. Alleine Marco Reus hat in den letzten beiden Partien über ein Dutzend Torschüsse abgefeuert – ohne Erfolg. „Das Maximum ist schon lange erreicht“, bilanziert Favre und nimmt seine Mannschaft nach dem Auftritt im Breisgau in Schutz. Es habe an diesem Tag „einfach etwas gefehlt“, so der Schweizer.

Trotzdem zeigt sich der Borussen-Coach mit dem Saisonstart sehr zufrieden: „Diese 16 Punkte sind nicht unverdient.“ Für alle Euphorisierten hat der 53-Jährige aber noch eine Warnung parat: „Diese Saison ist lang und wird sehr, sehr schwer.“