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Neuanfang mit Scherr und Aussem

Ralf Aussem wird weiterhin auf der Trainerbank sitzen. Als Sportdirektor hat die Alemannia den ehemaligen Profi Uwe Scherr ins Boot geholt. (Foto: DFM)

Nach dem bitteren Zweitligaabstieg stand Alemannia Aachen erst einmal ohne Trainer, Sportdirektor und Mannschaft da. Die Verträge mit den Profis galten nur für die 2. Liga. Schnell hatten sich die Verantwortlichen auf Ralf Aussem als Trainer einigen können, denn der 51-Jährige hatte signalisiert auch als Drittligatrainer zur Verfügung zu stehen. Die Zeit drängte, denn am 10. Juni soll die Vorbereitung auf die am 20. Juli beginnende Saison starten.

Am Wochenende war die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Erik Meijer erfolgreich. Der neue Sportdirektor heißt Uwe Scherr und war die letzten zwölf Jahre in verschiedenen leitenden Positionen beim FC Schalke 04 tätig. „Wir haben einen gut vernetzten Fußballexperten gesucht, der Erfahrung im Jugendbereich mitbringt und ein Teamplayer ist, den haben wir mit Uwe Scherr gefunden“, so begründet Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident Meino Heyen die Entscheidung für den 45-jährigen ehemaligen Profi. 183 mal kickte Scherr in der Bundesliga für den 1. FC Kaiserslautern, den FC Schalke 04 und den 1. FC Köln. Mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet freut sich der ehemalige Mittelfeldspieler auf seine neue Aufgabe am Tivoli. „Für mich ist das eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Beim FC Schalke 04 habe ich mir das nötige Know how angeeignet, was ich jetzt bei der Alemannia einbringen möchte. Ich freue mich unwahrscheinlich auf diese Aufgabe.“

Nachdem am Sonntag der Wechsel von Gelsenkirchen ins Grenzland bekannt wurde bekam Scherr zahlreiche Anrufe von Kollegen, die ihm zu der Entscheidung beglückwünschten, obwohl die Alemannia gerade aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen war. Jetzt stellt sich die Frage, wie will Uwe Scherr den Traditionsverein wieder wachküssen und da hat der Neue klare Vorstellungen. „Ich weiß, wie solche Vereine ticken. Meine Maxime ist, dass jeder sein persönliches Ego hinten anstellt, um alles für den Verein zu geben und dies werde ich vorleben. Wir müssen alle die ganze Power in den Verein stecken. Wir stehen vor einer heiklen Aufgabe, aber ich bin positiv gestimmt, dass wir das hinbekommen.“

Verlassen haben den Verein bereits Tobias Feisthammel (Paderborn), Mirko Casper (Leverkusen 2) und Timo Achenbach (Sandhausen). Die Alemannia plant nicht mehr mit Rekordgoalgetter Benjamin Auer und Bas Sibum. Mit 13 Profis hat Ralf Aussem bereits Gespräche geführt, die jetzt intensiviert werden sollen. Was die Kaderbildung angeht, gibt sich der neue Sportdirektor optimistisch. „Wenn ich so meine SMS sichte und sehe, wer mir da so alles angeboten wird. Auch viele Spieler, die ich selbst kenn, bin ich positiv eingestellt. Ich bin fest davon überzeugt, dass man auch mit wenig, viel erreichen kann. Wir auf Schalke konnten lange nicht so viel in die Jugendarbeit stecken, wie beispielsweise Leverkusen oder Dortmund und dafür haben wir sensationelle Arbeit angeliefert. Ich bin es also gewohnt, nach dem ökonomischen Prinzip zu arbeiten.“ In der Szene gilt Uwe Scherr als fleißiger Arbeiter, kein Lautsprecher, der von seinen Spielern, das verlangt, was er selbst einbringen will. „Profis, die für uns spielen wollen, müssen jeden Tag demütig und bescheiden zum Tivoli kommen und so auch auftreten. Ich werde dies vorleben und nur so werden die Fans auch jeden Spieler bedingungslos unterstützen.“