Mein Borussen-Jahr 2011

- Das Jahr der Borussia aus der Reporter-Perspektive.
Hallo liebe Borussen-Fans,
ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! Bevor die Vorbereitung auf die Rückrunde startet, möchte ich nochmal den Blick zurückwerfen auf das Fußball-Jahr 2011 der Borussia. 34 Liga- und drei Pokalspiele sowie zwei Duelle in der Relegation fielen in diesen Zeitraum. Alle habe ich vom Reporterplatz im Stadion live gesehen. Es war ein Wellenbad der Gefühle, das ich einfach nochmal Revué passieren lassen möchte!
Januar
Mit nur 10 Punkten startet die Borussia in die Rückrunde der Saison 2010/11. Mit zwei Auswärtssiegen (1:0 in Nürnberg und Frankfurt) sowie einer Heimniederlage gegen Leverkusen war es ein durchaus passabler Auftakt in das neue Jahr. Es schien, als sei es die richtige Entscheidung gewesen, Trainer Michael Frontzeck weiter das Vertrauen zu schenken. Auch wenn der Trainer seine ganz eigene Einschätzung zur Tabellensituation hatte.
Februar
Im Februar entpuppten sich in den 180 Minuten gegen Stuttgart und St. Pauli die komplette Palette an Schwächen und Unzulänglichkeiten in der Gladbacher Mannschaft. Gegen den desolaten VfB reichte eine 2:0-Halbzeitführung nicht mal zu einem Punktgewinn und am Millerntor schwächte sich die Frontzeck-Elf durch eine von unzähligen Platzverweisen. Wie ein roter Faden zogen sich die roten Karten durch die Saison. Frontzecks Tagen waren gezählt, das war wohl auch dem Trainer klar, der unmittelbar nach dem Abpfiff in St. Pauli nur noch sehr kurzfristig plante:
Es kam wie es kommen musste: Frontzeck raus, Favre rein. Der Taktiker aus der Schweiz sollte die Operation am offenen Herzen übernehmen. Es war eine Entscheidung gegen einen Feuerwehrmann und für die Perspektive. Favre selber hat keine Sekunde gezögert, als die Anfrage der Borussia kam.
Gleich zum Einstand gelang Favre der erste Heimsieg der Saison – und das am 23. Spieltag!
März
Nach sieben Punkte aus drei Spielen musste die Borussia wieder einen Rückschlag hinnehmen. Und das im wahrsten Sinne des Worte. Gegen Kaiserslautern schlug sich Logan Bailly den Ball nach einer Ecke ins eigene Tor. Ein Eigentor für die Geschichtsbücher und der letzte von dutzenden Beweisen, dass der Belgier kein Bundesligaformat mehr hatte. Diese Pleite fühlte sich an wie ein Tiefschlag beim Boxen und es machte sich Resignation breit.
April
Die Achterbahnfahrt Richtung Rettung ging auch im April weiter. Die Euphorie aus der 5:1-Gala im Derby gegen Köln wurde durch eine Last-Minute-Niederlage in Mainz mehr als nur getrübt. Nach dem 30. Spieltag betrug der Abstand auf Eintracht Frankfurt noch sieben Punkte. Dass man diese Mannschaft noch überholen sollte, konnte sich zu diesem Zeitpunkt niemand vorstellen. Der April wurde durch zwei 1:0-Siege gegen Dortmund und Hannover erfolgreich abgerundet. Es war wieder neue Entschlossenheit zu spüren
Mai
Dieser Monat wird einen ganz besonderen Platz in der Vereinschronik bekommen. Die Borussia taumelte zwischen endgültiger Rettung und direktem Abstieg durch die Liga. Ein unfassbar emotionaler Heimsieg gegen Freiburg und ein Zitter-Remis in Hamburg sicherten den Relegationsplatz. Es folgte der ganz normale Wahnsinn
Juni/Juli
Selten war eine Sommerpause so verdient wie im Jahr 2011. Über die Nachprüfung hatte die Borussia die Versetzung geschafft. Nach so einer Zitter-Saison ging ein großer Teil der Öffentlichkeit davon aus, dass der Kader generalüberholt werden würde. Das war nicht der Fall. Ohne großes Transfer-Tam-Tam ging es in die neue Saison. Der erste Erfolg stellte sich im DFB-Pokal ein. 3:1-Sieg in Regensburg. Vorsichtig optimistisch zeigte sich Lucien Favre vor dem ersten Spieltag.
August
Mit einem Ur-Knall begann die neue Spielzeit. Die Borussia (Fast-Absteiger) gewann zum Auftakt beim FC Bayern (hatte sich vor der Saison für rund 50 Mio. Euro verstärkt). Diese vermeintliche Eintagsfliege sollte ganz schön lange überleben. Noch heute gilt dieser Coupe bei Bayern als die Initialzündung für eine historische Hinrunde. Ein nicht ganz ernst gemeintes Interview könnte am Ende der Saison eine neue Bedeutung bekommen.
September
Drei Spiele im September – dreimal mit 1:0 gewonnen. Es zeichnete sich ab, dass es nicht ganz einfach sein würde, gegen die Borussia ein Tor zu erzielen. Kaiserslautern, Hamburg und Nürnberg sind an diesem Projekt auf jeden Fall gescheitert. Das Ergebnis: Platz 3 und etliche Komplimente der Konkurrenz, denen nicht so richtig viel Gehör geschenkt wurde.
Oktober
Im Rückblick erscheint der Oktober als regelrechter Krisenmonat. Zwei unnötige Niederlagen in Freiburg und Hoffenheim, den Vize-Meister Bayer Leverkusen „nur“ an die Wand gespielt, aber nicht besiegt und im Pokal erst im Elfmeterschießen eine Runde weiter. Spätestens in Heidenheim ist jedem nochmal bewusst geworden, was Marc-Andre ter Stegen für ein Ausnahmetalent ist.
November
Drei Spiele, neun Punkte, 10:1 Tore – der November war ein perfekter Monat. Bremen und Köln wurden in alle Einzelteile zerlegt und rund um den Borussia-Park wurde ein Wort in den Mund genommen, was mit „E“ anfängt und „uropa“ aufhört. Nur die Mannschaft blieb ihrem Dauer-Understatement treu.
Dezember
Auch im Dezember ließ sich der Borussen-Express nicht aus der Spur bringen. Sinnbildlich für dieses tolle Jahr war das Pokalspiel gegen Schalke 04, was mit 3:1 gewonnen werden konnte. Marco Reus war wie so oft der entscheidende Mann in Reihen der Gladbacher. Seine Entwicklung ist aus der Kategorie „kometenhaft“.
Das Jahr 2011 dürfte die Lebenserwartung der Gladbach-Fans deutlich gesenkt haben, trotzdem war es ein ganz besonderes Jahr. Es bleiben viele einprägsame Momente und über allem steht das Happy End. Mich würde jetzt interessieren, was eure speziellen Ereignisse im Borussen-Jahr 2011 waren. Unter diesem Artikel ist noch jede Menge Platz ;-)

