Die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute

Marx: „Wir haben einen super Teamgeist!“

(Foto:DFM)

Es fällt dieser Tage schwer, die Ereignisse rund um den Borussia-Park zu erklären. Eine Mannschaft, die in der letzten Saison um ein Haar abgestiegen wäre, wurde in der Sommerpause eher sparsam modifiziert und steht mit nahezu dem gleichen Personal nach fünf Spieltagen mit zehn Punkten in der Spitzengruppe der Bundesliga-Tabelle.

Vielleicht bietet das Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern, das von Lucien Favre als „hartes Stück Arbeit“ und von Marco Reus als „Krampfspiel“ charakterisiert wurde, einen Erklärungsansatz für den aktuellen Höhenflug. Nein, mitreißend war es nicht, was die Borussia den gut 52.000 Zuschauern geboten hat, aber es war zu jeder Zeit kontrolliert und kalkuliert. „So ein Spiel hätten wir in der letzten Saison sicher nicht gewonnen“, meint Reus, der an diesem Nachmittag in Sachen Tor vorbereiten und Tor schießen durch Tony Jantschke und Juan Arango ersetzt wurde.

Viele enge Spiele gab es in der letzten Saison im Borussia-Park zu sehen. Oftmals fielen auch eine Menge Tore. In aller Regelmäßigkeit mindestens eins mehr für den Gegner. Jubelnde Gegner erleben die Gladbacher-Fans seit Beginn der Favre-Ära nur höchst selten. Kaiserslautern war davon am Samstag soweit entfernt wie Michael Schuhmacher von seinem achten WM-Titel. „Es arbeitet jeder für den anderen“, führt Thorben Marx als Erklärung für die enorme defensive Präsenz an. „Und wenn dann doch mal einer durchrutscht, haben wir noch einen Marc im Tor.“

Der konnte sich gegen die roten Teufel genau einmal auszeichnen. Für seine Flugeinlage nach dem Fallrückzieher von Christian Tiffert droht allerdings noch Ärger seitens der Behörden: Fliegen ohne Flugschein kann eine hohe Geldstrafe nach sich ziehen. Im Ernst: Auch hier offenbart sich ein riesiger Fortschritt. Dass ein Torwart den Unterschied machen kann, mussten die Gladbacher in der letzten Saison in negativer Hinsicht mehrfach erfahren. Mit ter Stegen steht ein Keeper im Tor, dessen „Alter-Leistung-Verhältnis“ regelmäßig mit dem Wort „unglaublich“ beschrieben wird.

Als weiterer Mosaikstein erweist sich die von den Verantwortlichen oftmals ausgemachte „Ausgeglichenheit“ im Kader. Stranzl musste nach seiner Verletzung erstmal auf die Bank, Marx durfte für Nordtveit ran und de Camargo rückte für Bobadilla in die Startelf. Drei Personalien, die in dieser Verknüpfung sicherlich nicht unbedingt zu erwarten waren. „Es sollte auch ein Signal sein“, sagt Favre und motiviert damit alle Spieler, die aktuell nicht zum Stammpersonal gehören.

Dass solche Maßnahmen für Unruhe in der Mannschaft sorgen könnten, muss der Schweizer nicht fürchten. „Wir haben einen super Teamgeist“, freut sich Marx, „da gönnt jeder dem anderen alles.“ Diesen Satz zu glauben, fällt in diesen Tagen nicht wirklich schwer.