Heimpleite gegen Aufsteiger - „So steigen wir ab!“

- Vor der Leistung der Braunschweiger mussten sich die Aachener, hier in Person von Benjamin Auer, verbeugen. Foto: DFM
Das erste Heimspiel der neuen Saison war schon über eine Stunde vorbei, als ein kleiner, schmächtiger Mann im Presseraum des Tivolis vorgestellt wurde. Ein echter „Zehner“ mit viel Phantasie im Offensivspiel soll der 28-jährige Niederländer sein.
Nach der uninspirierten Leistung und der verdienten Niederlage gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig, rückte sein Transfer von Roda Kerkrade in den Mittelpunkt: Anouar Hadouir, der Retter? Er ist Niederländer mit marokkanischen Wurzeln und hatte eine Menge guter Angebote. Letztlich entschied er sich für die Alemannia und gegen Feyenoord Rotterdam sowie den FC Middlesbrough. Die Überredungskünste von Manager Erik Meijer sowie die Nähe Aachens zu seiner niederländischen Heimat, waren wohl am Ende ausschlaggebend.
Schon vor seinem ersten Spiel ist er Gold wert, in einer Phase, in der die Aachener Mannschaft unter gewaltigem Ideenstau leidet. Nicht einfach soll er sein, was Manager Erik Meijer wenig stört. Schließlich habe man genug „Schwiegersohn-Typen in der Mannschaft“. Große Hoffnungen ruhen nun vor dem DFB-Pokalspiel beim Karlsruher SC (Sonntag, 14:30 Uhr) auf dem Neuzugang.
Gegen Braunschweig kam die Hyballa-Elf jedenfalls ohne ihn nicht über gute Ansätze hinaus. Die wenigen erspielten Chancen wurden leichtfertig vergeben, die wenigen guten Ideen im Mittelfeld konnten, besonders in der zweiten Hälfte, locker von den Braunschweigern unterbunden werden. Da half auch die Einwechslung des talentierten Debütanten Reinhold Yabo nichts.
Der Aufsteiger zeigte sich gnadenlos und zeigte der Alemannia wie schnörkelloses Spiel nach vorne funktioniert. Gegen die toll heraus gespielten Tore der Gäste (15./80.) war die neu formierte Aachener Abwehr um die Neuzugänge Jonas Strifler und Mario Erb machtlos.
Manuel Junglas, der die größte Aachener Chance vergab (16.), schlug daher gegenüber 100,5 DAS HITRADIO Alarm: „Wenn wir so viel Zeit brauchen um uns zu finden, steigen wir ab! Wir haben keine Zeit!“
Vielleicht ist die kleine Zweitligapause und die „Flucht“ in den DFB-Pokal ja hilfreich, um sich zu sammeln. Die Frage ist, ob Manuel Junglas dann überhaupt mitspielen darf, denn Neuzugang Hadouir spielt auf dessen Position.Einer von beiden muss jedenfalls das Heft des Aachener Handelns in die Hand nehmen, denn fliegt die Alemannia auch aus dem Pokal, ist der Fehlstart perfekt.

