Favre: „Wir dürfen unsere Mannschaft nicht überschätzen“
Zwei Spiele vor der Winterpause ist die Borussia auf den Boden der Tatsachen geholt worden. Beim Aufsteiger und Abstiegskandidat FC Augsburg setzte es eine - im wahrsten Sinne des Wortes – schmerzliche Niederlage. Die Positive Erkenntnis: Mit fußballerischen Mitteln ist die Favre-Elf im Moment schwer zu schlagen. Die schlechte: Mit Leidenschaft und Kampf ließ sie sich den Schneid abkaufen.
Sicherlich, es gab schon weit schlimmere Tage als diesen nass-grauen Fußball-Nachmittag in Augsburg. Und trotzdem saß der Frust nach der vierten Saisonniederlage tief. „Ich denke schon“, antwortete Kapitän Filip Daems auf die Frage, ob es die schlechteste Leistung dieser Spielzeit war. „Wir haben auf dem Platz keine Lösung gefunden“, ergänzte ein frustrierte Marc-Andre ter Stegen. Selbst der Schlussmann bekam die raue Gangart der Gastgeber zu spüren. Sascha Mölders, der problemlos eine dreistellige Rückennummer tragen könnte, bescherte dem Borussen-Keeper eine Prellung im Brustbereich.
Martin Stranzl stapfte mit Platzwunde samt vier Klammern am Kopf in die Kabine. Es war ein Sinnbild für eine Partie, die von Fouls geprägt wurde. Beide Teams spielten 22-mal Foul, ein Indiz dafür, dass sich die Borussia an die Spielweise des Aufsteigers angepasst hat. „Normalerweise“, sagte Lucien Favre, „machen wir zehn Fouls im Spiel.“ Der Trainer war aber nicht auf der Suche nach Ausreden. Als „sehr, sehr engagiert“ bezeichnete Favre die Zweikampfführung des Gegners. „Aber ich kann das verstehen, wenn man in so einer Situation steckt“, so der 54-Jährige.
Geärgert hat sich Favre vielmehr über die Tatsache, dass seine Mannschaft nach einer ordentlichen Anfangsphase die eigene Spielweise nicht mehr durchgezogen hat. „Wir haben zu wenig investiert und zu wenige Torchancen kreiert.“ Am Ende bestätigte sich die böse Vorahnung des Trainers, der schon früh am Nachmittag „gemerkt hat, dass wir heute Probleme haben“.
Kurz vor Ende der Hinrunde ist der Borussia nochmal aufgezeigt worden, wie klein die Abstände in der Bundesliga sind. Letzte Woche noch auf Augenhöhe mit dem deutschen Meister und 90 Minuten später vom Tabellenletzten besiegt. „Jedes Spiel ist eng für uns“, warnt Favre einmal mehr und ergänzt: „Wir dürfen unsere Mannschaft nicht überschätzen.“
Autor: Andreas Cüppers - Mehr News zur Borussia auch auf Facebook


