Die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute

Die Alemannia sendet ein Lebenszeichen

Die Liste der gehandelten Nachfolger ist lang. Erik Meijer wird am Saisonende seinen Posten räumen. (Foto: DFM)

Während der FC Hansa Rostock nach der 4:5 Niederlage beim FC Union Berlin als erster Absteiger in die 3. Liga feststeht, glaubt man rund um den Aachener Tivoli noch an das Wunder. "Alle haben gesagt, dass wir schon tot sind, aber wir haben immer an uns geglaubt. Jetzt folgt unser Endspiel in München. Heute haben wir gezeigt, dass wir an das Wunder glauben", freute sich Aimen Demai, der Torschütze des goldenen Tores gegen den Karlsruher SC.

Nach einer Ecke von Kevin Kratz in der 20. Minute war Demai mit dem Kopf zur Stelle. Verrückt ist, dass ausgerechnet der von Peter Hyballa ausgemusterte Franzose seit Wochen zu den Besten im Kader von Nachfolger Ralf Aussem zählt. Mit stolzen Augen blickte Demai schon mal in Richtung Allianz-Arena, wo nur ein paar Tage nach dem Alemannia-Endspiel das Finale um die Champions League steigt. "Das war das bisher wichtigste Spiel in dieser Saison und nächste Woche kommt noch ein wichtigeres hinzu."

Die Erleichterung war allen ins Gesicht geschrieben. Abwehrspieler Tobias Feisthammel meinte, dass er sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt hätte und lobte anschließend die 20000 Oecher Fans. "Die Zuschauer haben heute für eine tolle Stimmung gesorgt, die haben diese Saison soviel Schmerz und Leid ertragen müssen und uns trotzdem noch so unterstützt." Nach dem 1:0 Erfolg im Kellerduell gegen den KSC kann die Alemannia durch einen Sieg am nächsten Sonntag bei den Münchener Löwen doch noch den Sprung auf den Relegationsplatz schaffen, um dann in zwei weiteren Partie die Klasse zu halten. Fest davon überzeugt ist Kapitän Benny Auer. "Klar, war die Anspannung groß, aber gut war, dass keiner mehr etwas auf uns gegeben hat. Jetzt haben wir uns noch ein Endspiel in München beschert. Ich bin jetzt fest davon überzeugt, dass wir in die Relegation kommen."

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Badener ihr Heimspiel gegen die bereits aufgestiegene Frankfurter Eintracht nicht gewinnen. Der zum Saisonende scheidende Sportdirektor Erik Meijer glaubt fest an die Unterstützung der Hessen. "Die Verantwortlichen bei Frankfurt haben gesehen, was die Fans hier alles kaputt gemacht haben, die sind uns gegenüber in der Verantwortung und vielleicht können wir bei einem Sieg die 75000 Euro für den Schaden erlassen."

Auf dem Weg nach München will Meijer einen Stop in Regensburg einlegen, denn der Jahn belegt derzeit Platz 3 in Liga 3 und wäre damit Gegner in der Relegation. Auf die Verantwortlichen am Tivoli wartet diese Woche noch viel Arbeit, denn es muss zeitnah ein Nachfolger für Sportdirektor Erik Meijer gefunden werden. Gehandelt werden die ehemaligen Spieler Kai Michalke, Kalla Pflipsen, Thomas Eichin und Alexander Klitzpera. Aber auch Rolf Dohmen, Eric van der Luer und Andreas Rettig geistern durch die Gazetten. Träumer glauben auch an die Rückkehr von Jörg Schmadtke!