Borussia, das „One-Goal-Wonder“

- Die Mannschaft nach dem Spiel - Foto: DFM
Gerne antworten Fußballer auf die Frage, warum sie denn das Spiel verloren haben, mit dem Satz: „Der Gegner hat ein Tor mehr geschossen als wir.“ Diese simple Antwort müssen dieser Tage die Gegner der Borussia regelmäßig bemühen. Ein Tor, das reicht im Moment, um ein Spiel zu gewinnen. Der 1:0-Hattrick (gegen Lautern, Hamburg und Nürnberg) festigt den Spitzenplatz der Borussia in der Tabelle. Und aktuell spricht wenig dafür, dass die Borussia diese Sphären verlassen wird.
Den hochgelobten 1. FC Nürnberg schickten die Fohlen - auf dem Papier zwar knapp - aber auf dem Platz klar und deutlich nach Hause. „Wir haben gegen ein Spitzenteam verloren“, gab Club-Trainer Dieter Hecking demütig zu Protokoll. Hecking reiht sich damit in die Riege der „Gladbach-Fans“ in der Trainer-Branche ein. „Das ist sehr nett“, schmunzelt Favre, angesprochen auf die immer größer werdenden Komplimente der Konkurrenz.
Doch Favre bezeichnet alle Gedankenspiele, die Gladbach als Spitzenteam deklarieren, als „unseriös“. Die Konkurrenz wolle den Druck erhöhen, weiß der Coach. Der Schweizer lässt sich auf solche Diskussionen gar nicht ein. Schon jetzt hat der Erfolgstrainer nur den nächsten Gegner, nämlich den SC Freiburg, im Kopf.
Trotzdem ist die Serie der Borussia fast schon beängstigend. Seit Wochen haben die Gegner fast gar keine Torchancen, sodass Marc-Andre ter Stegen mehr oder weniger beschäftigungslos ist. „Ich kann mich gar nicht mehr auszeichnen, weil ich kaum was auf´s Tor bekomme“, feixt der 19-jährige Schlussmann. Während die Basis – die Defensive - Woche für Woche steht, wird das Offensivspiel der Borussia immer lebhafter. Die zweite Halbzeit in Hamburg hat schon angedeutet, was die Abteilung Attacke auf Lager hat. Gegen Nürnberg knüpften Reus und Co. nahtlos an und brachten es auf sage und schreibe 21 Torschüsse.
Dass am Ende ein Elfmeter von „Mister-100-Prozent“ Filip Daems herhalten musste, um überhaupt ein Tor zu erzielen, trübte den Eindruck ein bisschen. „Das einzig Negative war heute die Chancenverwertung“, bilanziert Martin Stranzl. Klagen auf hohem Niveau nennt man das. So schwebt die Borussia weiter auf einer nicht für möglich gehaltenen Erfolgswelle. Dass die Akteure unisono „von Spiel zu Spiel denken“ ist keine große Überraschung. Schließlich hat BVB-Trainer Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft letzte Saison vorgemacht, wie erfolgreich das sein kann
Autor: Andreas Cüppers - mehr zur Borussia auch auf ⇒Facebook

