Alemannia schenkt St. Pauli den Sieg

- Die Enttäuschng war nach der dritten Liganiederlage in Folge groß - Foto: DFM
Das Gute vorweg: Alemannia Aachen hat gegen den FC St. Pauli das erste Saisontor in der zweiten Bundesliga erzielt. Gebracht hat das herzlich wenig. Am Millerntor unterlagen die Schwarz-Gelben den Kiezkickern mit 3:1.
In der Literatur heißt es: Warten auf Godot. In der zweiten Liga heißt es für Alemannia: Warten auf die ersten Punkte. Auch das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli brachte nichts Zählbares aufs Punktekonto der Alemannia. Dier Kaiserstädter bleiben Tabellenschlusslicht und wissen, dass die erneute Niederlage mehr als vermeidbar gewesen wäre. Die Statements nach dem Spiel erinnerten schon ein wenig an Durchhalteparolen. Shervin Radjabali-Fardi, der den Elfmeter zur Paulianer Führung verschuldete, konstatierte: "Das ist eine schwierige Situation. Viele junge Spieler kennen das noch nicht. Jetzt müsen wir als Mannschaft zusammenrücken und dann kommen wir auch da unten raus!"
Grobe individuelle Schnitzer
Dabei hatte sich Trainer Peter Hyballa eine Matchplan zurecht gelegt, der zunächst erfolgversprechend begann. Bereits nach 7 Minuten erzielte Tobias Feisthammel nach kollektivem Aussetzer der Hamburger Abwehr die frühe Führung. Was danach folgte, kommentierte Trainer Peter Hyballa so: "Wir machen uns das Leben mit zwei wirklich goben individuellen Schnitzern selber zur Hölle und dann verlierst du so ein Spiel eben." Gemeint waren die Blackouts von Mario Erb und Shervin Radjabali-Fardi, die, gelinde gesagt, auch in vielen Kreisliga-Spielen zu beobachten sind und die Paulianer Pausenführung ermöglichten.
Auer 80 Minuten auf er Bank
All das beobachtete der etatmäßige Kapitän Benni Auer 80 Minuten lang von der Bank. Der Trainer hatte sich für den laufstärkeren und schnelleren Sergiu Radu im Sturmzentrum entschieden. Der Rumäne war bemüht, strahlte aber kaum Torgefahr aus. Auer selbst wollte sich nach dem Spiel nicht äußern, sein Gesicht sprach hingegen Bände. Nach seiner Einwechslung, als Alemannia in der Schlussphase alles nach vorne warf, konnte Auer die Entscheidung der Trainers nicht mit einem Tor kommentieren. Man darf gespannt sein, ob sich die Schwarz-Gelben da nach dem mißglückten Saisonstart einen zusätzlichen Brandherd in den eigenen Reihen schaffen.
Spieler kollektiv in die Fankurve
Nach dem Schlusspfiff stellten sich die Tivoli-Kicker den rund 1000 mitgereisten Fans in der Kurve. Es wurde emotional diskutiert. Einer der ersten, der den Dialog suchte, war Neuzugang Marco Stiepermann. "Ich kann verstehen, dass die Fans sauer sind, aber sie sehen ja auch, dass wir guten Fußball spielen. Aber wir müssen da jetzt zusammen durch und uns den Arsch für den Club aufreißen", gab Aachens Bester danach zu Protokoll. Die Marschrichtung für das nächste Spiel gegen Cottbus brachte er damit gut auf den Punkt. Noch ist es zu früh, um von einer Krise der Alemannia zu sprechen, aber Peter Hyballa und seine Truppe müssen daran arbeiten, dass es nicht bald soweit ist.
Peter Hyballa im 100'5-Interview:

