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Alemannia-Fans trotzen der dritten Liga

Trainer Ralf Aussem will die "Jetzt-erst-recht-Euphorie" in sportlichen Erfolg umwandeln.

Lautstarker Applaus und ein großes Transparent mit der Aufschrift „Schießt uns zurück in Liga 2 Jungs“ begleitete das neuformierte Team der Alemannia zum ersten Training nach der kurzen Sommerpause. Zum Auftakt wurden die Absteiger wie Aufsteiger gefeiert. Über 700 Fans wollten ihre neue Alemannia sehen und erstmals unter die Lupe nehmen, was der neue Sportdirektor Uwe Scherr für Schwarz-Gelb verpflichten konnte. „So etwas habe ich nicht einmal im Bundesligaaufstiegsjahr 2006 erlebt“, staunte Alemannias dienstältester Profi Thomas Stehle nicht schlecht. Die Axt war begeistert. „Das ist wirklich beeindruckend, da sieht man, was möglich sein kann, wenn wir erfolgreich sind.“

Trainer Ralf Aussem hat bis auf Sascha Rösler, der nach dem Aufstieg und dem anschließendem „Nachspiel“ gegen Hertha BSC Berlin, eine Woche länger Urlaub hat, sowie Torhüter Mark Flekken (noch keine Vertragsunterschrift) und dem A-Jugendlichen Robert Leipertz 18 Profis auf dem Trainingsplatz „Sevilla“ begrüßen dürfen. Ein erstes Beschnuppern fand beim gemeinsamen Frühstück am Morgen statt. Beim Brötchen spielte Albert Streit im Kopf schon mal verschiedene Aufstellungen durch. „Vom Papier her sieht dass ganz gut aus. Jetzt müssen wir uns in den nächsten sechs Wochen als Mannschaft finden, schauen wie jeder tickt und dann hoffen für auf eine erfolgreiche Saison.“

Der Routinier weiß spätestens jetzt, dass er sich mit der Herausforderung 3. Liga richtig entschieden hat. „Ein paar sind ja immer beim ersten Training, aber das so viele Alemannen kommen ist schon sensationell, gerade bei einem Absteiger.“ Das erste Tor erzielte Rückkehrer Marcel Heller. Mit dem Rücken zum Tor nahm er den Ball an, aus der Drehung hatte Torhüter Michael Melka keine Chance. Der kleine Flügelflitzer harmonierte schon bestens mit dem schwedischen Brecher im Sturmzentrum Freddy Borg. „Ich weiß, was hier los ist. Die Euphorie in Aachen ist einfach klasse und mit attraktivem Fußball und vielen Toren wollen wir noch mehr Neugierige anziehen, “ verspricht Heller, der in Frechen geboren ist.

Fannähe ist für Trainer Ralf Aussem ganz wichtig. Da ist es selbstverständlich, dass der Anhang nach der ersten Einheit zu den Jungs auf den Rasen durfte. „Wichtig ist das wir alle zusammen die neue Herausforderung angehen, das ist die neue Alemannia.“

Am Montag stand der obligatorische Laktattest auf dem Programm. Das erste Testspiel steigt am kommenden Sonntag um 16 Uhr in Alsdorf bei Hertha Mariadorf.


Autor: Thomas Fuchs