Wo unsere Steuern noch so landen...

Was haben Gullydeckel in gelb-blau-rot-grüner Beleuchtung, ein neuer Sportwagen und die Burg Vogelsang in der Eifel gemeinsam? Richtig, sie gehören zu den größten Steuerverschwendungen, sagt der Bund der Steuerzahler. Wo sonst noch das Geld hinfließt, haben wir für Euch mal zusammengefasst. Jedes Jahr escheint das Schwarzbuch. Ein Buch, das vom Bund der Steuerzahler veröffentlicht wird und die größten bzw. absurdesten Steuerverschwendungen erklärt.

Von Bier bis zur Yacht

In diesem Jahr wird sicher auch das gute alte Bier darin zu finden sein. Die Regierung unterstützt zurzeit eine Entwicklung von Filtern, die den Geschmack des Bieres erhalten soll – kostet 253.00 Euro. Damit sollen Pestizide und Verunreinigungen gefiltert werden. Aber warum zahlt der Steuerzahler, fragen Kritiker. Sind dafür die Bierbrauer nicht selbst verantwortlich?

Eine weitere strittige Investition durch Steuergelder ist die Entwicklung eines Elektro-Porsches im Rahmen des Projektes: „e-volution“. Insgesamt 6 Millionen Euro lässt sich das die Bundesregierung kosten. Am Ende streicht Porsche die Gewinne ein. Eine ganze Million Euro steckt der Staat in die Erforschung einer neuen Software, die den Innenausbau von Luxus-Yachten besser planen soll. Die Frage, was der Steuerzahler davon hat, bleibt unbeantwortet.

Das Stadtbild wird schöner?

Es sind aber auch die kleinen Projekte, die immer wieder für Verärgerung sorgen. Einen Lichtakzent der teuren Art gibt es in der niedersächsischen Gemeinde Wallenhorst. Dort leuchten fünf Gullydeckel – in Gelb, Blau, Rot und Grün. Die Stadt hat sich die Gullydeckel-Partybeleuchtung 10.000 Euro kosten lassen. Fraglich ist, ob die Bürger von Wallenhorst das brauchen?

Burg Vogelsang und Dürener Rathaus

Auch das 100'5-Revier bietet laut dem Bund der Steuerzahler Steuerverschwendungen. Die Burg Vogelsang in der Eifel wird seit Jahren umgebaut: Aus der ehemaligen Ordensburg der Nationalsozialisten sollen ein Besucherzentrum, ein NS-Dokumentationszentrum und eine Nationalpark-Ausstellung werden. Das Bauprojekt sollte ursprünglich rund 35 Millionen Euro kosten. Mittlerweile liegen die Kosten aber bei 43,2 Millionen Euro. Viele Firmen arbeiteten laut dem Bund der Steuerzahler nicht sorgfältig genug. Dadurch mussten Aufträge neu vergeben werden, sagt Bärbel Hildebrand vom Bund der Steuerzahler in NRW. Mängel in der Bausubstanz und am Brandschutz würden das Projekt weiter zurückwerfen, so Hildebrand weiter: „Wir befürchten, dass noch weitere Probleme auftreten.

Ein weiteres Projekt, das Millionen frisst, ist das Rathaus in Düren. 14,75 Millionen Euro sollte die Sanierung des Dürener Rathauses ursprünglich kosten. Das war 2011. Als die Arbeiten vier Jahre später beendet waren, lagen die Kosten bei 19,8 Millionen Euro. „Es wird nicht von Anfang an klar gerechnet und geplant. Im Laufe der Bauphase kommen oft Änderungswünsche, die das Projekt viel teurer machen, als anfangs geplant – so ist das auch in Düren der Fall gewesen“, sagt Bärbel Hildebrand, Pressesprecherin beim Bund der Steuerzahler.

Übrigens das neue Schwarzbuch erscheint wieder im Herbst, Ende September. Dann gibt es wieder neue Steuerverschwendungen zum Schwarz ärgern.

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