Was ist eigentlich dieses eSports?

Die Gamescom 2017 steht ganz im Zeichen des eSports. Überall werden Turniere gezeigt und Profispieler beweisen auf den großen Bühnen ihre Fähigkeiten in Ego-Shootern, MOBAs und sogar virtuellen Kartenspielen. Doch was hat Zocken mit Sport zu tun und warum sollte niemand über den Vergleich schmunzeln?

Sportschau gucken am Samstagabend ist vollkommen normal. Fussball ist eben ein Volkssport und wer das nicht versteht, ist irgendwie komisch. Doch woher kommt diese Faszination? Ist es die Identifikation mit einem bestimmten Verein oder Spieler? Die Spannung? Die berühmten Derbys? Oder der Spaß daran, den besten Sportlern der Welt beim Kicken zuzuschauen? Möglicherweise ein bisschen von allem.

Und auch in der eSports-Szene sind es genau diese Aspekte, die für eine immer weiter wachsende Fankultur sorgen.

Natürlich klingen die Vereinsnamen für den Laien schon irgendwie eigenartig. Statt Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln, duellieren sich im eSport dann Teams wie Evil Geniuses und Optic Gaming. Die Stars heißen dann auch nicht Christiano Ronaldo oder Lionell Messi, sondern ganz komisch: „coldzera“ (CS), „Taimou“ (Overwatch) oder „KuroKy“ (Dota 2). Und die Spielearenen zeigen keinen feingemähten Rasen, sondern bunte Figuren und virtuelle Duellarenen.

Was eSport NICHT ist!

„eSport – das ist doch einfach nur n anderes Wort für Zocken!“ Nein. Genau so wenig, wie Hallenjojo bei den olympischen Spielen zu sehen ist, genau so wenig ist „normales Zocken“ eSport.

Prinzipiell eignen sich dafür nur Spiele, bei der Gamer die Möglichkeit haben, sich mit anderen Spielern zu messen.

Aber das kann doch bestimmt jeder machen, oder?

Auch das ist eine falsche Annahme. eSport-Profi ist längst ein ernstzunehmender und oft-angestrebter Vollzeitjob. Allerdings schaffen nur die besten Spieler den Sprung. Auch hier passt der Vergleich zum Jugendfussball und den Amateurligen, in denen viele Sportler davon träumen, später Fussballprofi zu werden.

Vollzeitjob? Damit kann man doch kein Geld verdienen!

Kuro „KuroKy“ Salehi Takhasomi ist deutscher DOTA 2 Profi und hat dieses Jahr mit seinem Team Liquid das größte DOTA 2-Turnier des Jahres gewonnen. Beim „The International“ spielen die Teams um einen Preispool von insgesamt 24 Millionen US-Dollar. „KuroKy“ und seine 4 Mitspieler dürfen sich als Sieger rund 10,8 Millionen US-Dollar teilen.

Events wie „The International“ füllen längst ganze Stadien mit Fans, die ihre Idole laut anfeuern und sich mitreißen lassen. Die Spiele werden außerdem über Streaming-Plattformen wie Twitch in die ganze Welt übertragen und haben massive Einschaltquoten. Einer, der dann auch im Mittelpunkt steht, ist Turnier-Caster und Vollzeitstreamer Cirouss. Der gebürtige Oberhausener war der erste deutsche Caster für das Spiel „Overwatch“ und hat mit uns auf der Gamescom über die Entwicklung im eSport gesprochen.

"Cirouss" bei Twitch

"Cirouss" bei Facebook

Ob sich Cirouss Traumszenario erfüllt, bleibt abzuwarten. Dass der eSport aber weiter wachsen wird und Sportarten wie Fussball viel ähnlicher ist, als viele es wahr haben wollen, lässt sich aber eigentlich längst nicht mehr leugnen.

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