Die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute

Das Ende des „One-Game-Wonders“

Raul Bobadilla wechselt zu den Young Boys Bern (Foto:DFM)

Es gab in der Gladbacher Vereinsgeschichte kaum einen Spieler, der so selten gespielt hat wie Raul Bobadilla und über den trotzdem so viel berichtet wurde. Angefangen von seiner hohen Ablöse (4 Mio Euro), über seine Spielweise, bis hin zu seinem äußeren Erscheinungsbild: Bobadilla war ein Sonderfall. Sein Abschied verlief hingegen ungewohnt leise.

Am Ende waren es sportliche Gründe, warum Raul Bobadilla bei Borussia keine Rolle mehr spielte. Im System von Trainer Lucien Favre war der Stürmer mit seiner robusten und oft eigensinnigen Spielweise fehl am Platz. Schnelles Kombinationsspiel, frühes Antizipieren und die Rückstellung persönlicher Interessen waren nicht Bobadillas Stärken. Stattdessen rieb sich der Argentinier oft in Zweikämpfen auf und hatte die besser postierten Mitspieler nur selten auf dem Radar.

Die Trennung beider Parteien ist von daher nur logisch. Dabei hätte dieser Schritt schon viel eher kommen können. Der Geduldsfaden der Borussia mit Raul Bobadilla war so dick wie ein Feuerwehrschlauch. Ob Alkoholfahrt oder Ausraster auf dem Platz –  die Liste der öffentlich gewordenen Fehltritte des Argentiniers reicht für eine ganze Mannschaft. Und trotzdem bekam er immer wieder neue Chancen. Auch weil Bobadilla es immer schaffte, ein herausragendes Spiel pro Saison abzuliefern und somit seine Klasse andeutete. Im ersten Jahr schoss er Bremen fast alleine aus dem Stadion, eine Saison später gelang ihm beim Derby in Köln ein Doppelpack und in dieser Spielzeit entzauberte er den VfL Wolfsburg.

Dass 'Boba' in diesen drei genannten Spielen fünf seiner insgesamt acht Tore erzielte, spricht für die fehlende Konstanz. In der Schweiz versucht der 24-Jährige nun sein Glück wieder zu finden. Vor seinem Engagement bei der Borussia gehörte Bobadilla zu den torgefährlichsten Stürmern der Super League.

 

Autor: Andreas Cüppers