Meine Einreise in die USA

Max BLOG: Seit 2011 fliege ich alle 2 Jahre in die USA. Zum einen, weil ein Teil meiner Familie in Chicago wohnt. Zum anderen, weil ich einfach ein riesiger Fan dieses Landes bin. Die überwältigenden Städte, die Sprache, der Patriotismus und die Kultur, zumindest das, was ich davon bislang in den Metropolen erleben durfte, faszinieren mich immer wieder.

Diese Faszination hat mit der Wahl und Vereidigung Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten einen Dämpfer bekommen. Wie bei den meisten Deutschen, die - wenn man diversen Nachrichtenportalen glauben darf - seitdem deutlich weniger Lust haben in die USA zu reisen als das noch vorher der Fall war. Trotzdem schreibe ich euch diesen Blog aus Chicago, der „Windy City“, in der ich die nächsten Wochen wieder zum Familienbesuch bin. Was das mit Abstand schwierigste beim Reisen in die USA ist: die Einreise. Ohne gültigen Reisepass und ohne Visum geht gar nichts, klar. Dass man am Flughafen dann auch noch Angaben über seine mitführenden Wertgegenstände machen muss, an Automaten Fingerabdrücke und Passfotos machen muss und selbst danach nochmal einem Officer zu erklären hat, was man in den nächsten Tagen im Land so vorhat, soweit alles nichts Neues.  Trotzdem ist diesmal alles etwas anders. Beim Antrag fürs Visum muss man zusätzlich angeben, ob man in den letzten Jahren im Jemen, dem Irak und den anderen Ländern zu Besuch war, deren Staatsangehörige seit Trump nicht mehr einreisen dürfen. Außerdem hält sich bei uns in Deutschland ja sehr hartnäckig das Gerücht, man müsse sein Facebook Passwort vor der Einreise angeben. Dementsprechend hält man sich im Vorfeld natürlich zurück mit dem Teilen von kritischen Artikeln, Äußerungen oder ähnlichem über den neuen US-Präsidenten in den sozialen Netzwerken. 

Wie sich am Flughafen in Chicago rausstellte, will man hier weder mein Passwort – geschweige denn die sozialen Medien, die ich nutze – wissen, noch kam die Frage was ich von Donald Trump als Präsident halte oder ähnliches. Es war also doch irgendwie alles wie immer. Vielleicht, weil Illinois als Bundesstaat schon immer demokratisch war. Vielleicht, weil sich die Menschen hier trotzdem freuen, dass man ihre Stadt und ihr Land besucht. Man weiß es nicht. Auch im täglichen Leben merkt man als Tourist erstmal keinen Unterschied. Chicago ist weder übersät von Anti-Trump Plakaten, noch hört man in einem Diner die Leute darüber diskutieren. Trotzdem weiß man, dass der Name TRUMP, wie er auf dem gleichnamigen Building mitten in Downtown in großen Buchstaben über dem Chicago River zu lesen ist, bei Vielen Unverständnis und Unzufriedenheit auslöst. Auch bei mir. Ob man aber deswegen nicht mehr in die USA reisen sollte? Definitiv nicht.  

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