Lieber zu viert im Auto als alleine...

Sie sparen Benzin, vermeiden Stress und bieten Spaß. Mitfahrgelegenheiten werden immer beliebter. Mittlerweile nutzt ein Drittel aller Berufspendler das Angebot vieler Mitfahrzentralen im Internet. Und auch beim Wochenendtrip ans Meer oder dem Besuch der Verwandtschaft in der nächsten Stadt wird immer häufiger auf Fahrgemeinschaften zurückgegriffen. Wir haben dazu mit Christian Hafensteiner vom ADAC gesprochen.

Einer der größten Anbieter ist BlablaCar. Dort werden ausführliche Infos über den Fahrer und Mitfahrer abgefragt.  Name, Alter, Autotyp, Fahrstil oder die Gesprächigkeit des Nutzers sind beim Verabreden der nächsten Fahrt von Interesse. Weitere große Anbieter sind mifaz, der ADAC oder flinc. Beim letztgenannten Angebot werden vor allem kurzfristige und spontane Mitfahrer fündig. Per SMS, Email oder Push-Nachricht tauschen sich Fahrer und Mitfahrer aus. Generell liegen die Preise bei fünf bis sieben Euro pro 100 Kilometer. Zusätzliche Reservierungsgebühren können anfallen - damit soll die Zusage einer Mitfahrt verbindlicher werden und die Plattform kassiert noch mit.

Auszüge aus dem Interview mit Christian Hafensteiner vom ADAC:

100'5-Redaktion: Christian Hafensteiner, warum werden Mitfahrzentralen immer beliebter, was hat sich geändert?

Christian Hafensteiner: „Zunächst einmal hat sich der Stellenwert des eigenen Autos verändert. Gerade im urbanen Raum ist vor allem bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Besitz eines eigenen Autos nicht so wichtig. Urlaub, Smartphone und/oder die eigene Wohnung sind wichtiger geworden. Darüber hinaus hat sich vor allem in den Metropolregionen das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel nahezu perfektioniert und steht 24 Stunden zur Verfügung. Demgegenüber werden jedoch Parkplätze seltener und teurer, der Privatverkehr vor allem in den Stoßzeiten immer zäher und die Mobilitätskosten immer höher. Für Berufspendler bilden sich dazu immer mehr Fahrgemeinschaften. Auf der langen Strecke - vor allem zwischen den Metropolregionen und Großstädten - steigt das Angebot zum Mitfahren immer mehr an. Das ist mittlerweile nicht nur etwas für Jugendliche, die Zielgruppe wird immer älter, aus Mitfahrern werden Fahrer. Und der Fahrer reduziert seine Mobilitätskosten durch den Beitrag seiner Mitfahrer.“

Wie sieht die Zukunft aus? Wo geht der Trend hin?

Hafensteiner: „Mitnehmen und Mitfahren wird neben den Buslinien immer stärker ein Verkehsbestandteil werden. Die Angebote werden mehr und mehr flächendeckend und umfangreicher und sich zusammen mit anderen Angeboten zu einer neuen Mobilität entwickeln. Neben Ridesharing kommen auch mehr und mehr das Carsharing sowie Angebote wir Drive Now oder Car2Go ins Spiel. Ein sehr wichtiger Baustein sind auch lokal mietbare Fahrräder, die das Angebot abrunden. Somit wird es für jede Strecke und Anforderung das perfekte Angebot geben. Viele Stadtzentren sind für den Einsatz von Bikes oder e-Bikes geradezu prädestiniert. Private Dienste, wie Uber oder privater Autoverleih müssen wir weiter beobachten.“

Mehr zum Thema Programm