Facebook: Die miesen Tricks der Hacker

BLOG: Eine neue Welle Fake-Profile erobert derzeit die sozialen Netzwerke – besonders im Blickfeld der Hacker ist dabei Facebook. Doch wie erkenne ich ein gehacktes oder falsches Profil? Was kann ich dagegen tun? Und welche anderen Tricks sollte ich kennen?

Die größte Gefahr bei Facebook ist, dass unsere Handlungen immer schneller und unbedachter werden – hier ein Klick, da ein Like und noch schnell zwei Chatfenster beantworten. Auf genau dieses „zeitsparende“ Verhalten setzen Hacker. Daher gilt bei Freundschaftsanfragen, eigenartigen Chatnachrichten und Gutscheinposts, die 500 € für’s Teilen versprechen: Aufpassen! Nachdenken! Und dann handeln.

Fake-Profile

Falsche Freundschaftsanfragen sind für viele Hacker der Türöffner. Sie kopieren das Profilbild, den Namen und weitere Informationen von einem Deiner Freunde und senden Dir eine erneute Freundschaftsanfrage – kurz nach dem „Annehmen“ folgen dann Nachrichten mit der Frage nach Bankdaten, PayPal Informationen, Links zu direkten Banktransfers übers Internet oder auch die Bitte, die aktuelle Handynummer "rüber zu senden", da „ich ein neues Handy habe“. Gerade bei der Handynummer stutzen die Wenigsten. Was kann da schon passieren?

Einiges. Die Hacker senden Dir dann über verschiedene Portale per SMS einen TAN-Code, den Du bitte bestätigen sollst. Sendest Du den Code zurück, wird Deine Handyrechnung mit einem Betrag belastet, den Du nicht mehr zurück bekommst. Daher gilt: Keine vertraulichen Informationen, keine Bankdaten, keine Adressdaten und auch keine Handynummer per Facebook verschicken. Ruf den vermeintlichen Freund doch einfach an oder schreib ihm bei WhatsApp, ob das neue Konto wirklich von ihm ist. Andernfalls gilt: Konto melden!

Fake-Mails

„Facebook hat mir eine E-Mail geschickt, dass ich mich einloggen muss, sonst wird mein Konto abgeschaltet!“, hat mir meine Mama mal gesagt. Leider war das nicht Facebook, sondern ebenfalls ein Hacker-Versuch. Der Link in der E-Mail führte direkt zu einer speziell aufgesetzten Seite, die fast genauso aussieht wie Facebook. Loggst Du Dich dort ein, haben die Hacker Deine Zugangsdaten und können sich - wie Ninjas - unbemerkt in Deinem Profil bewegen, Nachrichten lesen, posten, kommentieren und weitere dubiose Links an Freunde versenden. „Dann gucke ich einfach auf den Absender der E-Mail“, höre ich immer wieder. Leider ist das genau so wenig bewährt, wie die Überprüfung des Links – so wirst Du mit einem Klick auf www.facebook.com nicht auf Facebook weitergeleitet, sondern auf ein lustiges Video mit Katzen. Im Idealfall gehst Du daher nur auf Facebook, wenn Du auch selber die Adresse in Deinem Browser eingetippt hast.

Gutschein-Aktionen & verrückte Videos

„Teile & kommentiere diesen Post und sichere Dir Deinen 500 € Gutschein für Deinen Elektrofachmarkt – die ersten 1.000 Kommentare gewinnen.“! Das klingt nicht nur zu gut, um wahr zu sein, sondern ist es in 99% der Fälle auch. Diese Posts kommen häufig von Fake-Seiten, die kein Impressum haben und gerne einen Link beifügen, über den Du Dich nach dem Teilen noch schnell registrieren kannst. Einziges Ziel dieser Posts ist das Verbreiten von Trojanern und kleineren Viren – zu gewinnen gibt’s da leider nichts. Das wird auch der Elektrofachmarkt so bestätigen.

Ein weiteres Phänomen sind Videos, die extrem reißerische Titel haben wie „Frau wird von Hai gefressen LIVE!“. Das Video kann aber erst dann angeguckt werden, wenn Du die entsprechende Seite geteilt hast oder auf einen Link geklickt hast. Auch hier warten die Trojaner wieder darauf, das Du die Tür aufmachst. Also lieber den Sensationswahn bremsen und den Videotitel mal googeln. Meist stellst Du schnell fest, dass es dieses Video nicht gibt und auch hier wieder Hacker ihre Finger im Spiel haben.

FAZIT: Die Sozialen Netzwerke werden immer schneller und auch wir haben das Gefühl, wir bräuchten immer mehr und mehr Reize. Das kann uns ganz schnell zum Verhängnis werden und öffnet Hackern die Tür in unsere sensiblen Daten. Häufig reicht es daher schon, sich einen Moment mehr Zeit zu nehmen und nicht aus dem Affekt zu handeln, „weil man das ja immer so macht...“.

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