Daniels Blog: Ein Hoch auf uns...

Daniels Blog: Ich bin ja schon ein kleiner Angsthase, wenn es in die Höhe geht. Und an diesem Tag ging es ganze 63 Meter nach oben in die Windkraftanlage „Windfang“ hinaus. Gut nur, dass ich während der ganzen Zeit nicht nach unten schauen konnte, da ich unter meinen Füßen nur Treppenstufen gesehen habe.

Aber der Reihe nach. Horst Kluttig, Gründungsgeschäftsführer der Firma neaneueenergie gemeinnützige GmbH und seine Tochter Elanor Kluttig machen die Besucherführungen und empfingen mich in der Nähe der holländischen Grenze. Die Anlage befindet sich im EuroWindPark Aachen zwischen den Stadtteilen Laurensberg, Vetschau und Orsbach am Feldweg "Ochsenstock". Doch die Windkraftanlage, vor der ich mein Auto geparkt hatte, sah ein wenig anders aus, als diejenigen die ich bis dahin kannte. Oben in der Nähe von den Rotorenblättern befindet sich ein 360° begehbares Besichtigungshäuschen.

Zuerst gab es die einstündige Besuchereinweisung, die seit 2 Jahren ins Pflichtprogramm aufgenommen werden musste. Hinzu kommt noch eine Art Bergsteigerausrüstung, die ich mir anziehen musste, bevor wir die Treppe hinauf auf die Windkraftanlage nehmen konnten. Diese Ausrüstung ist gedacht für einen Notabstieg über den 2.ten Fluchtweg. Und wo befindet sich dieser? Außen am Turm auf einer Leiter! Allein der Gedanke daran, die 63 Meter lange Außenleiter nehmen zu müssen, versetzt meine Hände in feuchte Patsche-Pfötchen.
Doch Horst ist nicht nur Experte auf seinem Gebiet, sondern auch Seelentröster und beruhigte mich mit den Worten, dass dieser Fall seit Erbauung dieser Anlage im Jahr 1999 noch nicht eingetroffen ist. „Bei meinem Glück werde ich wohl als erster den Außennotabstieg wagen müssen“, dachte ich mir im Geheimen, ließ aber meine Befürchtungen nicht über meine Coolness siegen.

Und dann ging es wirklich hoch hinaus. Die gut gesicherte Wendeltreppe im Innern führte, wenn überhaupt nur dazu, dass man einen Drehwurm bekam. Aber keineswegs habe ich mich irgendwie unwohl gefühlt oder hatte Angst vor der Höhe. Natürlich muss beim Aufstieg eine gewisse Kondition gegeben sein, aber als passionierter Ausdauersport-Ausdruckstänzer waren die 300 Stufen überhaupt kein Problem für mich. Oben angekommen wurde ich mit einem wundervollem Ausblick über Aachen, Holland und Belgien belohnt. Einfach nur toll diese Aussicht. Als ich nach unten schaute, und meinen grauen Skoda sah, erschien er mir so klein wie ein Spielzeugauto.
Was mich darüber hinaus überwältigt hat, sind die riesigen Rotorblätter die ich direkt vor mir gesehen habe. Ich bin ja schon immer begeistert, wenn ich auf der Autobahn einen Schwertransport überhole und dann die Spannweite und den Durchmesser der Rotorblätter sehe. Doch als diese riesigen Rotorblätter oben an der Windkraftanlage vorbeigesaust sind … nur wenige Meter von mir entfernt – da war ich mächtig beeindruckt von der Größe und der Konstruktion dieser Anlage.

Ein Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall. Allein die Tatsache, dass es nur 3 solcher Besichtigungsanlagen in ganz Deutschland gibt, macht mich irgendwie stolz, dass wir im 100'5-Revier auch so eine tolle Möglichkeit der Besichtigung haben. Auf den nächsten Geburtstagsparties werde ich nicht nur mit meinem neu erworbenem Wissen über die Windkrafttechnik prahlen können, sondern auch mit der Tatsache, dass ich den Windpark „Mount Everest“ erklommen habe.

Vielen lieben Dank an Horst und Elanor für diesen tollen Vormittag :)

 

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