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Ursache der Brand-Katastrophe in Aachen geklärt: Kinder haben gezündelt

Unten saßen die ahnungslosen Eltern, oben spielten die Kinder wohl mit Feuer. Die Katastrophe in einem Einfamilienhaus in Aachen nahm unbemerkt ihren Lauf. Die drei kleinen Jungen liefen vor den Flammen weg - geradewegs in die Falle. Das fanden die Sachverständigen heraus. 

Die drei Brüder, die bei dem Brand ums Leben gekommen sind, müssen mit dem Feuer gespielt und so die Katastrophe ausgelöst haben. Darauf deute alles hin, erläuterte die Polizei am Freitag das Ergebnis von Sachverständigen. Die Eltern hatten sich demnach am Mittwoch mit ihrem jüngsten Kind im Erdgeschoss aufgehalten, während sich im Kinderzimmer auf der ersten Etage unbemerkt die Tragödie abspielte. Die zwei, vier und fünf Jahre alten Brüder flüchteten vor den Flammen in ein weiteres Kinderzimmer im Spitzdach des Hauses. Die Leichen der Kinder wurden dort unter einem Fenster liegend gefunden. Einen technischen Defekt schlossen die Experten als Brandursache aus. 

«Die Eltern haben alles versucht, um die Kinder zu retten», sagte Polizeisprecherin Sandra Schmitz, nachdem zum ersten Mal die Eltern zu dem Unglück befragt werden konnten. Das junge Paar sei tief erschüttert und stehe unter Schock. 

Die Jungen waren allein im Kinderzimmer. Dort müssen sie nach Angaben der Sachverständigen gezündelt haben. Womit, ließ sich nicht mehr feststellen. Das Feuer sei in der Nähe eines der Kinderbetten entstanden. Es habe auf die Möbel übergegriffen und das ganze Zimmer erfasst. Die kleinen Kinder flüchteten über einen kleinen Flur mit einem Aufgang zum Kinderzimmer im Spitzdach. Von dort gab es kein Entkommen mehr. 

Als die Eltern das Feuer bemerkten, war es schon zu spät. Der Flur war stark verqualmt. Trotzdem nahm der 27-jährige Vater einen Feuerlöscher und versuchte verzweifelt, zu seinen Kindern vorzudringen. «Der Rauch war zu stark, dazu noch die Hitze. Er hatte keine Chance», sagte Polizeisprecherin Schmitz. Mit seiner 29 Jahre alten Frau und seinem einjährigen Jungen flüchtete er leicht verletzt nach draußen. Die beiden ältesten Kinder waren zu der Zeit in der Schule.

Die Eltern sind fassungslos. Immer wieder hätten sie mit den Kindern darüber gesprochen, wie gefährlich Feuer sei - vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit, sagten sie den Ermittlern. Die Doppelhaushälfte am Aachener Stadtrand ist unbewohnbar und einsturzgefährdet. Das Feuer hatte drei Stunden lang vor allem im oberen Bereich gewütet, also dort, wo die Kinder waren. Im Erdgeschoss hatte es nach Angaben der Feuerwehr nicht gebrannt.

Die Eltern kamen mit dem Kleinkind bei einem Bekannten unter, die beiden acht und neun Jahre alten Geschwister bei den Großeltern. Die Familie steht vor dem Nichts. Die NRW-Landesregierung hat sich eingeschaltet und prüft, wie sie helfen kann. «Deswegen sind wir jetzt in Gesprächen mit der Stadt Aachen
, wie die Familie in dieser schlimmen Situation unbürokratisch unterstützt werden kann», sagte der Sprecher der Landesregierung, Thomas Breustedt. Außerdem will die Landesregierung die Installation von Feuermeldern zur Pflicht machen. 

Auch in der Bevölkerung ist die Anteilnahme groß. Etliche Bürger zeigen ihr Mitgefühl und wollen der Familie helfen. Eine Frau aus Mönchengladbach hat ihr sogar eine kostenlose Wohnung angeboten. Viele legen vor dem Haus der Familie an der Lütticher Straße Kerzen und Blumen nieder, andere wollen mit Sach- oder Geldspenden helfen. Die Sparkasse hat ein Spendenkonto eingerichtet: Konto-Nr. 776666 - Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00, Stichwort: Brandopfer.