Die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute

Robyn "Body Talk"

Robyn zieht Bilanz. Ich ziehe gerne mit. Drei Alben hatte sie für dieses Jahr angekündigt. Herausgekommen ist alles in allem ein richtig tolles. Verteilt auf Body Talk Pt. 1 und 2, die im Sommer bzw. Herbst veröffentlicht wurden und dem nun veröffentlichten „Best of“ Body Talk.

11 der 15 Songs sind also bereits auf den ersten beiden Teilen erschienen, d.h. das nun veröffentlichte Album beinhaltet nochmals 4 brandneue Songs.

„Indestructible“ – bereits auf Pt. 2 als Acoustic Version veröffentlicht – erblüht in einem großartigen Remix zu neuem Leben. „This is hardcore / And I'm indestructible“ singt Robyn gewohnt selbstbewusst. Die Clubtüren sind weit geöffnet und Madame bittet zum Endjahreszeittanz.

„Time machine“ ist ein ebenso eingängiger wie tanzbarer Song und weit mehr als nur zu befürchtendes Füllmaterial.

„Call your girlfriend“ erinnert in seiner Aufmachung an die Robynsingle des Jahres „Dancing on my own“. Während Robyn bei letzterer die Verlassene ist, die ihren Ex in der Disco beim Flirt mit einer Anderen beobachtet, versteht sich „Call your girlfriend“ als Handlungsanweisung an den Freund. Er solle seine Ex-Freundin doch – bitteschön – anrufen, ihr sagen, dass es nicht ihr Fehler ist und erklären, wie es zur Trennung kam.

„Get myself together“ kommt ebenso als gepflegter Hi NRG-Track daher. Hände in die Luft und die Hüften kreisen lassen.

Die Songs sind allesamt eingängig, ohne dabei platt zu wirken.

Nun ja, „Stars 4 ever“ erinnert musikalisch an die 90er und – nicht zuletzt wegen seiner lyrischen Schlichtheit – noch am ehesten an Madonna:

„You and me on the hood of my car / Saturday night watching the stars / You and I / Shiny lights are what we are / You and me together / Stars 4 ever“

O.k., kann man auch gut finden. Vor allem im Gesamtpaket.

Robyn kann mit dem Jahr 2010 äußerst zufrieden sein. Sie hat eine ganze Reihe sehr guter und tanzbarer Songs veröffentlicht und präsentiert mit „Body Talk“ einen gelungenen Überblick über ihr diesjähriges Schaffen.

Ach so, Abbitte muss ich auch noch leisten. „None of dem (feat. Röyksopp)“ gefiel mir bei seiner Veröffentlichung auf Pt. 1 nicht wirklich gut. Warum eigentlich? Er ist Monster.

8/10