Lena "Good News"
Um es mal gleich zu sagen: ich werde mich am Lenabashing der vergangenen Wochen nicht beteiligen. Ungeachtet der Tatsache, dass es vielleicht wirklich nicht ganz so glücklich war, ein komplettes Album vor der Veröffentlichung live zu präsentieren. Zudem unter der Maßgabe, das ein Song für den Eurovision Song Contest gefunden werden muss!
Überhaupt: ob die Songs für die Teilnahme an dem Contest funktionieren oder nicht, spielt bei dieser Rezension gar keine Rolle.
Stefan Raab und Lena konnten – was die Anzahl der vorliegenden Stücke anbelangt – aus dem Vollen schöpfen. 500 Lieder lagen den beiden vor – Eigenkompositionen inbegriffen – und die „besten“ 12 haben es auf das neue Werk geschafft.
Diesem ist – im Gegensatz zum Vorgängeralbum – deutlich anzumerken, dass es nicht unter enormem Zeitdruck entstanden ist. Die Produktion ist (allzu) rund und gefällig, Lenas Stimme aber ausdifferenzierter als auf dem Debut.
Hörproben: Good News - A million and one - Push forward
Los geht es mit dem Titelstück „Good News“. Gefühlt ist es Sonntag morgen, ein leichter Duft von Kaffee liegt in der Luft und die frischen Brötchen vom Bäcker lächeln einen an. Die Sonne strahlt zum Fenster herein und „Good News“ ist der perfekte Soundtrack dazu.
„What Happened To Me“ nimmt diese Stimmung auf und man schwingt sich weiter durch den Tag.
Interessanter wird es dann bei „ A Million & One“. Hier ist Lena auch stimmlich gefordert. Der Song braucht etwas länger bis er seine Pracht entfalten kann. Einmal entfaltet bleibt er aber lange im Ohr und hat mich auch schon mal eine ganze Nacht lang nicht wieder losgelassen.
Nicht alles auf diesem Album ist gelungen. „Teenage Girls“, „That Again“ oder „I Like You“ sind allesamt keine schlechten Songs, leiden aber unter einer gewissen Belanglosigkeit. Eher filler als killer.
Dem gegenüber stehen aber das durchaus smarte „Maybe“ und unser Song für Deutschland „Taken By A Stranger“. Klaustrophobisch, düster und mysteriös. Da haben wohl The Cure mit den „Love Cats“ Pate gestanden? Nicht zu vergessen, die brillante Ballade „Push forward“.
„At All“, eine Komposition von Aloe Blacc, bildet den gelungenen Abschluss eines Albums, das einen besseren Eindruck als das Erstlingswerk hinterlässt.
Wenn es Lena jetzt noch gelingt auf den weiteren Alben musikalisch mutiger (und „Taken By A Stranger“ gibt da sicherlich eine Richtung vor) zu agieren, dann...
7/10


