Bruno Mars "Doo-Wops & Hooligans"
Bruno Mars weiß wie sich ein gutgemachter Popsong anhören muss. Obwohl er für die meisten noch ein Greenhorn im Musikbiz ist, hat er doch schon eine kleine Ewigkeit damit zu tun.
Er stammt aus einer Musikerfamilie, hat bereits als Kind erste Auftritte absolviert und ist später in Musicals aufgetreten.
Außerdem war er in einem Songwriter-Team für Songs wie "Nothin' on You" by B.o.B, "Billionaire" von Travie McCoy, "Right Round" von Flo Rida featuring Kesha, "Wavin' Flag" von K'naan und "Fuck You" von Cee Lo Green mitverantwortlich.
Er kann Hits schreiben. Gute Hits! Die mit einer großartigen Melodie einzunehmen wissen und mehr sind als beliebige Pop-Standardware.
Mit „Just the way you are“ hat er bereits ein kleines Juwel seiner Kunst vorab veröffentlicht. Jetzt folgen mit dem Album „Doo-Wops & Hooligans“ neun weitere Songs von ihm.
Der Opener „Grenade“ steht der ersten Single in nichts nach. Enttäuschte Liebe und vergebliche Aufopferung sind seiner Stimme auf den Leib geschneidert. Die Melodien eingängig, aber nicht siffig. Großartig!
Mit „Our first time“ stellt sich dann erstmals das Gefühl ein, dass Bruno auch anders kann. Auf Nummer sicher nämlich. Glatt. Und gar nicht mehr so catchy. Gut produziert und im soften Reggae Rhythmus zwar, aber auch ein wenig beliebig.
„Runaway baby“ reißt mit seinem Motowngroove durchaus mit. Schmissig, aber auch nicht besonders originell. Höre auch „The other side (feat. Cee Lo Green & B.O.B.)“.
Und so wechseln sich die Musikstile brav ab. Mal eine Prise Reggae („The Lazy Song“, „Liquor Store Blues (feat. Damina Marley)“), mal balladesque („Talking to the moon“) oder poppig („Count on me“, „Marry you“).
Das ist alles durchaus nicht schlecht. Nur leider ist nicht schlecht auch nicht wirklich gut. Allzu berechenbar schleicht die Platte am Ohr vorbei. Das Das-habe-ich-doch-schon-mal-gehört-Gefühl wird von Song zu Song stärker.
Da die Ansätze grundsätzlich stimmen, ist dem guten Bruno jetzt eigentlich nur zu wünschen, dass es ihm gelingt beim Nachfolgealbum etwas mehr Mut, sprich Ecken und Kanten, zu zeigen.
Das wird schon.
5/10


