Heiliger BimBam

BLOG: Was für eine Personalie: Papst Franziskus hat Mutter Teresa heiliggesprochen! Wie besonders das ist, muss man die Jüngeren vielleicht kurz erklären: Mutter Teresa war früher nicht nur der ‚Engel der Armen‘, sondern quasi auch ein geflügeltes Wort. Wenn früher einer zu einem sagte „Kannst du mir beim Umzug helfen?“, dann lehnte man das oft ab mit die rhetorische Frage: „Bin ich Mutter Teresa?“ Das war, weil Mutter Teresa immer Gutes getan hat, ohne sich was dafür zu fragen.

Und sowas ist heutzutage nicht mehr üblich, in Zeiten, wo man an der Tankstelle sogar für Luft bezahlen muss. Jetzt könnte man als Kirchenlaie denken, dass es doch eine Selbstverständlichkeit ist, so ein guter Mensch heiligzusprechen. Aber so einfach ist das nicht. Gemäß Heiligenverordnung § 4, Absatz 3, darf nur jemand heiliggesprochen werden, der nachweislich zwei Wunder vollbracht hat. Das ist schwierig, zumal Mutter Teresa das ja sogar posthum beweisen musste. Bei so strenge Kriteriums wundert man sich natürlich, dass es trotzdem schon über 6.000 Heilige auf der Welt gibt. Die meisten kennen aber nur die berühmtesten: St. Christophorus, St. Florian, St. Tropez. Oder die Heiligen drei Könige. Das sind so gesehen die A-Promis unter die Heiligen. Aber genau da gehört Mutter Teresa seit ihre Heiligsprechung auch zu und deshalb war das eine ganz wichtige Aktion von Papst Franziskus.

Der hat nämlich per Zufall in Mutter Teresa ihr Nachlass das entscheidende zweite Wunder gefunden. Wodran man mal sieht, dass ‚Wunder vollbringen‘ gar nicht so leicht ist, wie man immer denkt. Das weiß jeder Schüler, der mal nach ein durchgezechtes Wochenende in Himmerich versucht hat, eine Mathearbeit zu schreiben. Wem mal fast ein Wunder gelungen wäre, das war Huub Stevens! Der war in der Saison 2000/2001 mal vier Minuten lang kurz davor mit Schalke 04 Deutscher Meister zu werden. Und ich sag mal so: Wenn Schalke damals wirklich Meister geworden wär, dann hätte die katholische Kirche bestimmt ein Auge zugedrückt und das sogar als doppeltes Wunder durchgehen lassen. Dann würde man heute in Gelsenkirchen der ‚Heilige Huub‘ anbeten. Aber es kam am Ende alles anders, weil, wie wir alle wissen, der Fußballgott leider Bayern-Fan ist.

Euer Hastenraths Will

 

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