Brouwers trifft und bewirbt sich für die Elftal
Roel Brouwers jubelt über sein siebtes Saisontor und dürfte es zumindest in den Notizblock von Bondscoach Bert van Marwijk geschafft haben.
Die Borussia hat durch den Heimsieg gegen den Hamburger SV einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können. Durch das Tor des Tages von Roel Brouwers gewannen die Fohlen mit 1:0 und vergrößerten die Distanz zum Relegationsplatz auf zehn Punkte. Die 52.269 Zuschauer sahen ein Spiel mit wenigen Höhepunkten und einen HSV, der weit unter seinen Möglichkeiten blieb.
„Es war heute viel Herz und Leidenschaft dabei, ummantelt von einem fantastischen Publikum“, sagte ein sichtlich zufriedener Michael Frontzeck. Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen kam der Erfolg zu einem wichtigen Zeitpunkt, da die Konkurrenz im Tabellenkeller an diesem Spieltag nahezu komplett leer ausging. Mit zehn Punkten Abstand auf den Relegationsplatz ist der Druck in den nächsten Wochen nicht mehr ganz so groß. „Wir haben heute einen großen Schritt gemacht. Ich denke nicht, dass wir das noch aus der Hand geben“, ist Kapitän Filip Daems vom Klassenerhalt überzeugt.
Schwacher HSV fast ohne Torchance
Der HSV erntete vor der Begegnung eine Menge Vorschusslorbeeren. Eine Rechtfertigung dieser blieb die Mannschaft von Bruno Labbadia über die komplette Spielzeit schuldig. In der ersten Hälfte war ein Schuss von Ruud van Nistelrooy Richtung Nordkurve noch die gefährlichste Offensivaktion. Die Borussia brannte ihrerseits auch kein Offensivfeuerwerk ab, hatte aber durch Matmour und Friend zwei gute Einschussmöglichkeiten. Dass das Tor des Tages aus einer Standardsituation entstand, passte ins Gesamtbild. Arangos Freistoßflanke flipperte zwischen verschiedensten Hamburger Körperteilen hin und her und landete irgendwie vor den Füßen von Roel Brouwers. Der Niederländer sagte Danke – zum siebten Mal in dieser Saison (42.).
Gladbach in der Defensive diszipliniert
Der Führungstreffer kurz vor der Pause spielte der Borussia natürlich in die Karten. Im zweiten Durchgang konzentrierten sich die Borussen in erster Linie auf die Defensive. „Wir haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen haben: gut gestanden und fast keine Chance zugelassen“, sagte der Torschütze, der hauptberuflich Innenverteidiger ist. Dass van Nistelrooy nach gut einer Stunde frustriert ausgewechselt wurde, darf sich Brouwers ebenfalls auf die Fahne schreiben. „Jeder hat seinen Beitrag geleistet, von der Nummer 1 bis 25“, zeigte sich der 28-jährige gewohnt bescheiden. Der hochgelobte HSV erspielte sich zwei Torchancen, die vollständigkeitshalber erwähnt werden sollen: Pitroipa verfehlte mit einem Schlenzer das Gehäuse nur knapp und Petric's Schussversuch nach einer Flanke von Aogo war ebenso erfolglos.
Klassenerhalt ist Realität, WM in Südafrika ein Traum
Dass Bondscoach Bert van Marwijk das Spiel von der Tribüne aus verfolgen würde, stand schon unter der Woche fest. Nach dem Ausfall von Andre Oijer sucht van Marwijk nach einer Alternative in der Innenverteidigung. Van Nistelrooy abgemeldet, den Siegtreffer markiert – eine viel bessere Bewerbung gibt es nicht. „Ich denke, ich kann mit meiner Leistung zufrieden sein“, strahlte Brouwers. Dessen Torinstinkt wird den Mitspielern langsam unheimlich. „Das ist unglaublich, der steht immer im richtigen Moment an der richtigen Stelle. Ich freu mich für ihn und die ganze Mannschaft“, so Daems. Ob es für den WM-Traum reichen wird, entscheidet sich wohl erst im Mai. Passt es Brouwers denn überhaupt in den Terminkalender? „Ich hab schon einen Urlaub gebucht, aber den kann man ja immer noch absagen“, flachste der Mann des Tages. Hoffentlich hat da jemand eine Reiserücktrittsversicherung...



Kommentare
30. März 2010 - 1:35
der roel ist echt ein
der roel ist echt ein phänomen. wer hätte gedacht, dass der mal borussias bester torschütze wird. eine nominierung für die WM kann man ihm nur von ganzem herzen wünschen. der hat sich das echt verdient!!!
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