Alemannia steht wieder mit leeren Händen da

Alemannia Aachen: 

Das West-Derby verlor die Alemannia mit 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Für die Schwarz-Gelben war es bereits die fünfte Heimniederlage in dieser Saison. Auch wenn die Krüger-Elf 90 Minuten lang spielbestimmend war und ein deutliches Chancenübergewicht verbuchen konnte, stand sie am Ende mit leeren Hände da. Ein Highlight sollte nach dem Spiel auf der Pressekonferenz folgen.

Die Vorfreude unter der Woche war groß. Trainer und Mannschaft waren richtig heiß auf die Partie gegen den Überraschungsaufsteiger aus der Landeshauptstadt. Mit Sprüchen wie „Um bei so einem Spiel dabei zu sein, würde ich noch 5.000 Euro drauf bezahlen“, machte Krüger deutlich, dass es kein Spiel wie jedes andere sei. Diese positive Einstellung war der Alemannia von der ersten Minute anzumerken. Mirko Casper hätte sich um ein Haar selber zum Geburtstag beschenkt. Der gerade 28-jährige scheiterte per Kopf an Düsseldorfs Schlussmann Ratajczak (9.).

Harnik mit einer artistischen Einlage

Die Alemannia kam in Schwung und war vor 27.031 Zuschauern die aktivere Mannschaft. Einen satten Schuss von Patrick Milchraum parierte wieder Ratajczak, der zum Mann des Abends avancieren sollte (24.). Die erste Torchance für die Fortuna entstand aus einem langen Ball Richtung Elfmeterpunkt von Thorsten Oehrl, Olajengbesi und Stuckmann waren sich kurzzeitig uneinig und Harnik lag horizontal in der Luft und lupfte das Leder über Aachens Keeper ins Tor. 0:1 wie aus dem Nichts (25.). Danach drückten die Tivoli-Kicker auf den Ausgleich. Herzig und Casper scheiterten jeweils nach einer Ecke an Ratajczak. „Es ist wie in der ganzen Saison, wir haben viele Chancen, machen aber die Tore nicht,“ zeigte sich Thorsten Burkhardt enttäuscht.

Sturmlauf wird nicht belohnt

Nach dem Wechsel versuchten die Aachener alles, um das Spiel irgendwie noch umzubiegen. Der verletzte Mirko Casper wurde von Daniel Adlung ersetzt, der gleich eine gefährlich Torszene einleitete. Maßflanke auf den Kopf von Babacar Gueye, dessen Kopfball parierte Ratajczak spektakulär (48.). Wenig später konnte Nico Herzig nach einer Standardsituation den Düsseldorfer Keeper bezwingen, aber auf der Linie rettete Johannes van den Bergh (55.). „Wir hätten uns heute auf jeden Fall einen Punkt verdient“, sagte Herzig. Das Torschussverhältnis von 23:7 unterstreicht die Worte des Abwehrmanns. Auch wenn es bis zum Schluss spannend war, es sollte an diesem Tag nicht sein.

Krüger mit emotionalen Worten

Als die Ränge nach dem Abpiff schon fast leer waren, fand im Inneren des Tivoli eine nicht alltägliche Pressekonferenz statt. Michael Krüger, sonst eher unterkühlt, ließ seinen Emotionen freien Lauf. „Was ich hier wegstecken muss, das ist unglaublich“, nahm der Coach langsam Fahrt auf. „Das Trainer-Team reißt sich hier 24 Stunden am Tag den Arsch auf, und es gibt nur Nackenschläge“, verwies Krüger auf die nicht enden wollenden Verletzten, Kranken und Gesperrten. Angesprochen auf die Perspektivlosigkeit in dieser Saison, reagierte Krüger allergisch: „Ich kann dieses Wort 'Niemandsland' nicht mehr hören, wir dümpeln hier nicht rum!“ Für die Aachener geht immerhin darum, in der Tabelle möglichst weit vorne zu landen, um sich die kalkulierten Fernsehgelder zu sichern. Fernsehreif war Krügers Auftritt allemal, bleibt zu hoffen, dass er auch Wirkung zeigt.

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